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Markus Heitz: Aera - Die Rückkehr der Götter

Im Jahr 2012 kehren die alten Götter auf die Erde zurück. Nur der eine Gott der Christen, Juden und Muslime erscheint nicht. Es kommt zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die schließlich in eine neue Weltordnung münden. Statt Ausgrabungsstätten gibt es neue Tempelanlagen, die Götter mischen auch in Politik und Wirtschaft mit, der Gott Loki hat eine eigene TV-Show, Sodom und Gomorrha sind das neue Las Vegas. Die Götter arrangieren sich untereinander, teilen die Welt unter sich auf, so dass die Auseinandersetzungen zwischen ihren Anhängern weniger werden.

Vor diesem Hintergrund beginnt der in der nahen Zukunft des Jahres 2019 spielende Fantasy-Thriller von Markus Heitz. Hauptfigur ist Malleus Bourreau, Interpol-Ermittler und bekennender Atheist. Er zweifelt daran, dass es sich bei den Entitäten, wie er sie nennt, tatsächlich um Götter handelt. Auch wenn ihr wundersames Wirken oft unerklärbar scheint.

Der Mord an einem Antiquitätenhändler entpuppt sich als ein Mosaikstein eines viel größer angelegten Verbrechens, das Bourreau auf den gut 780 Seiten dieser Geschichte in Atem halten und quer über den Globus hetzten wird. Begleitet wird er von einem rätselhaften Verfolger, der ihm mehrfach das Leben rettet, zuvor allerdings als Serienkiller in Erscheinung trat. Auch wenn er lieber allein ermittelt, gesellen sich im Laufe der Geschichte einige schöne Frauen an seine Seite und eilen ihm zu Hilfe.

Meine Meinung zum Buch


Bis ich in der Geschichte halbwegs angekommen war, hat es eine ganze Weile gedauert. Im zweiten Drittel wurde es dann spannender, Die Handlung nimmt Fahrt auf und der Autor schafft es, einige Handlungsfäden zu einem spannenden Stoff zu weben. Auf das Product Placement in Form des immer gleichen Fahrzeugs, das mit Hersteller und Typ benannt wird, hätte ich verzichten können. Auch die ständige Wiederholung, dass sich der Ermittler über seinen Fu-Manchu-Bart streicht, wirkt irgendwann leicht hölzern. Schön angelegt hingegen fand ich die Szene, in der Malleus Bourreau seinen Herrenausstatter besucht, um sich neue Garderobe zu beschaffen. Auch der Perspektivwechsel zwischen Interpol-Ermittler, seiner Assistentin und dem Verfolger lockert die Handlung auf.

Das Buch endet mit einem Anhang, in dem Wikipedia-Texte die in den jeweiligen Kapiteln erwähnten Gottheiten kurz erläutern. Dieses "Götter-Lexikon" ist etwas trocken und wird durch die enthaltenen Wiederholungen für mich nicht interessanter. Das hätte der Autor knapper fassen können, eine Aufteilung nach Kapiteln finde ich hier eher hinderlich.

Leider bleiben auch nach über 780 Seiten einige Fragen offen, werden nicht alle Rätsel aufgelöst. Auch wenn der eigentliche Fall gelöst wird, scheint hier eine Fortsetzung in Planung zu sein - oder dem Autor sind die Ideen ausgegangen. Zumindest hat mich das Buch nicht so gepackt, dass ich fieberhaft nach einer Fortsetzung verlange. Vielmehr überwiegt die leise Enttäuschung, dass einige Fragen offen bleiben.

Mein Fazit


Nach anfänglichen Längen nimmt das Buch im zweiten Drittel an Fahrt auf, enttäuschte mich aber leider gegen Ende wieder: Fall gelöst, Vorhang zu - aber viele Fragen bleiben offen. Nach fast 800 Seiten hatte ich auf mehr gehofft. Wer Lust auf eine Mischung aus James Bond, Men in Black und Indiana Jones hat, darf einen Blick riskieren, sollte die Erwartungen aber nicht zu hoch schrauben.

Bezugsquellen

Markus Heitz: Aera - Die Rückkehr der Götter*

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