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Diana Menschig: So finster, so kalt

Im April 2014 ist ein neues Buch von Diana Menschig erschienen, die ich hier bereits mit "Hüter der Worte" Ende 2012 vorgestellt habe. In ihrer neuen Geschichte vermischen sich Gegenwart, Vergangenheit, Alpträume und Märchenmotive zu einer packenden Geschichte. Angesiedelt im Schwarzwald ist das Märchen von Hänsel und Gretel ein bestimmendes Element der Handlung.


Die Geschichte


Merle Hänssler ist eine erfolgreiche Anwältin in Hamburg. Doch seit einer Weile rauben ihr Alpträume den Schlaf. So ist sie emotional und körperlich erschöpft, als sie die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter erreicht. Da ihr Vater gerade in Kanada ist, reist sie in den Schwarzwald, um sich um die Beerdigung und den Nachlass, ein kleines, abgelegenes "Hexenhäuschen" zu kümmern.

Im Nachlass stößt sie auf alte Dokumente, in denen es um einen gewissen Johannes und seine Schwester Greta geht, die Ende des 16. Jahrhunderts im Haus der Großmutter gelebt haben müssen. Die Geschichte um diese beiden klingt verworren und unheimlich. Was hat es mit dem Haus und den furchtbaren Geschehnissen auf sich, die sich dort abgespielt haben sollen?

Merle ist geneigt, all das als Aberglaube, von Märchen und Sagen beeinflusste Spinnereien abzutun. Doch die Grenzen zwischen Realität und Traumwelt verwischen. Plötzlich verschwinden einige Kinder des Dorfes spurlos und das uralte Haus scheint ein Eigenleben zu entwickeln. Merle beginnt sich zu fragen, ob an den alten Geschichten doch mehr dran ist, als sie anfangs wahrhaben wollte.


Mein Fazit


Diana Menschig gelingt es, die Märchenmotive wunderbar in eine spannende Geschichte einzuweben. Der Wechsel zwischen Alpträumen, Realität und Handlungssträngen aus der Vergangenheit baut Spannung auf. Die verschiedenen Perspektiven und Erzählstränge nähern sich langsam, aber unerbittlich einander an, bis sie sich zu einem atmosphärisch dichten Höhepunkt vereinen. Nicht immer ist man sich als Leser im Klaren, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Und glaubt man gerade, dass alles ein gutes Ende findet, kommen im Epilog wieder Zweifel auf. Gelungen!

Für alle, die Grusel und Spannung mit einem Schuss Übersinnlichen zu schätzen wissen, mein Lesetipp!

Bezugsquellen

Diana Menschig, "So finster, so kalt" online kaufen*

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