Jonathan Stroud, Lockwood & Co. - Teil 1: Die Seufzende Wendeltreppe

Jonathan Stroud ist mir mit seinen Büchern über den frechen Dschinn Bartimäus in guter Erinnerung. Umso erfreulicher, dass es jetzt ein neues Werk aus seiner Feder gibt, das - natürlich - als mehrteilige Reihe ausgelegt ist. Und wie sollte es anders sein, die Handlung ist größtenteils in London angesiedelt.

Worum geht es?

Seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer Geister-Epidemie heimgesucht. Spurlos verschwundene Menschen, unerklärliche Todesfälle, bedrohliche Schatten, die sich in tödliche Geisterwesen aus Plasmanebel verwandeln. Gegen die Geister kämpfen überall im Land Agenturen, die mit Bannkreisketten, Eisenspänen, Leuchtbomben und Degen gegen die Geister vorgehen - nicht selten unter Einsatz ihres Lebens.

Da die Sinne der Erwachsenen in der Regel abgestumpft sind, können sie die Geistererscheinungen nicht direkt wahrnehmen. Kindern und Jugendlichen mit entsprechender Begabung fällt es hingegen leicht, die Geister zu sehen, hören und fühlen. Trotzdem werden sie meist von Erwachsenen begleitet, die sie anleiten.

Die drei Agenten von Lockwood & Co. sind so eine Agentur. Allerdings handeln sie auf eigene Faust, was ihnen immer wieder Ärger mit der zuständigen Behörde einbringt. Zu allem Überfluss passiert bei einem Auftrag ein fatales Missgeschick, das ihnen eine ruinöse Geldstrafe beschert. Doch dann kommt in Form eines hochgefährlichen, aber ebenso dubiosen Auftrags die mögliche Rettung. Und kurzentschlossen nehmen sie den fast unlösbaren Auftrag an.

Meine Meinung

Jonathan Stroud schafft mit Lockwood & Co. eine Mischung aus alter Geister-Erzählung und britischem Detektivroman. Seine Hauptfigur ist die 15-jährige Lucy, aus deren Blickwinkel die Geschehnisse erzählt werden. Stroud schreibt flüssig lesbar, mit dem für ihn typischen Humor, doch diesmal nicht so wunderbar skurril-bissig wie bei den Bartimäus-Fußnoten. Dafür gibt es skurrile Elemente, wie z.B. das "Weise Tuch". Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass diese Elemente häufiger in die Handlung eingebunden worden wären. Aber was nicht ist, kann ja in den folgenden Teilen noch ausgebaut werden.

Mein größter Kritikpunkt: Obwohl ich mich nicht unbedingt zu denen zähle, die bei einem Krimi schon nach der ersten Hälfte wissen, wer der Mörder ist - hier war die Auflösung für mich leider schon viel zu früh erkennbar. Für Teil 2 wünsche ich mir dann doch ein überraschenderes Finale. Trotzdem hat es Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen und am Ende noch ein paar zusätzliche Details zu erfahren.

Mein Fazit

Für Stroud-Fans und Freunde von Geistergeschichten mit einem gerüttelt Maß Humor eine Leseempfehlung. Ich hoffe allerdings, dass Jonathan Stroud sich in den kommenden Teilen noch steigert. Für alle, die lieber Hörbücher mögen, gibt es Lockwood & Co. auch in der von Judith Hoersch sehr angenehm gelesenen Fassung.

Bezugsquellen

1 Kommentar:

Beatrix Petrikowski hat gesagt…

Anfangs war ich recht skeptisch, aber Jugendlichen kann ich das Buch nur empfehlen. Die drei Geisterjäger werden ihnen gefallen und sie finden sich in den Figuren wieder.