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Von Liebe und Kälte - Peter Stamm, Agnes

Peter Stamm, Agnes
Gleich zu Beginn erfährt der Leser den Ausgang der Geschichte: "Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet." Wie es dazu gekommen ist und was es mit der Geschichte auf sich hat, das schildert Peter Stamm mit der Kühle und Klarheit eines eisigen Gebirgsbachs auf 150 Seiten.

Erzählt wird die Beziehung zwischen Agnes, einer Cello spielenden, sensibel-verletzlichen Physik-Studentin, und dem aus der Schweiz kommenden Ich-Erzähler, der in den Staaten über Luxus-Eisenbahnwagen recherchiert. Die beiden begegnen sich in der Chicago Public Library und verbringen später eine kurze Zeit gemeinsam in der 27. Etage eines Hochhauses, in dessen Umgebung sich ein wesentlicher Teil der Geschichte abspielt.

Irgendwann bittet Agnes: "Schreib eine Geschichte über mich, damit ich weiß, was du von mir hältst." Und so beginnt der Ich-Erzähler ein Porträt über Agnes zu schreiben. Vom Erzählfluss mitgerissen überholt die Geschichte schließlich die Gegenwart und die erfundene Realität wird zwanghaft-bestimmend für Agnes' Liebe und ihr Leben.

Dieser kleine Roman ist flüssig und kühl erzählt, voller Frische und Schärfe in den Beobachtungen des Alltags und der Beziehungen. Und obschon es die Geschichte einer Liebe ist, kommt sie in ihrer Schilderung ohne große Emotion aus und scheint in ihrer Distanziertheit zum Geschehen manchmal eher die kalte und erschreckende Atmosphäre eines Autopsie-Saals auszustrahlen. Gerade aus diesem Kontrast ergibt sich die Faszination der Geschichte: lesenswert!

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