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Diana Menschig: Hüter der Worte

Sind wir alle nur Teil einer großen Geschichte? Sind wir Romanfiguren, deren Schicksal von einem Autor bestimmt wird, der sich seiner Verantwortung vielleicht gar nicht bewusst ist? Könnten wir das spüren oder vielleicht sogar irgendwie mit dem Autor in Kontakt geraten?

Im Oktober frisch erschienen ist das Taschenbuch "Hüter der Worte" von Diana Menschig*. Wer fantasievolle Parallelwelt-Romane und Geschichten in der Geschichte mag, ist hier an der richtigen Adresse. Dass eine Ebene der Handlung in meiner Heimatstadt Münster angesiedelt ist, machte mich zusätzlich neugierig auf das Buch.

Der Plot: Tom Schäfer ist Student in Münster und erfolgreicher Jung-Autor eines Fantasy-Romans. Doch nachdem er gerade für eine mehrteilige Fortsetzung unter Vertrag genommen wurde, kommt er mit dem Schreiben nicht voran. In dieser Situation begegnet er der attraktiven und etwas geheimnisvollen Mellie. Sie befreit ihn einerseits aus seiner Schreibblockade, vertritt aber gleichzeitig seltsame Ansichten, wenn es um seine schöpferischen Freiheiten als Autor geht.

Auf dem Weg zur Buchmesse geraten sie in Streit und Mellie verschwindet ebenso plötzlich aus seinem Leben, wie sie aufgetaucht ist. Als seine Lektorin Tom zusätzlich unter Druck setzt, arbeitet Tom immer mehr von Mellies Ideen heimlich in seine Geschichte ein. Doch dann scheinen die Grenzen von Fantasie und Wirklichkeit völlig zu verwischen: Plötzlich sieht Tom sich seinem Fantasy-Helden Laryon (lest den Namen mal laut rückwärts ...) leibhaftig gegenüber und bringt mit seiner unbedarften, tolpatschigen Art nicht nur sich und sein Leben in Gefahr. Aber er will seine Fehler wiedergutmachen und zugleich Mellie finden, die irgendwie untrennbar mit seiner Geschichte verbunden zu sein scheint.

Mein Fazit

"Hüter der Worte" ist spannend zu lesen und spielt mit der Idee, dass die "Wortwelten" der Autoren ein Eigenleben haben und als Parallelwelt zu unserer Realität existieren. Als sogenannte "Worthüter" tragen Autoren dabei große Verantwortung und können oft nicht einmal selbst erkennen, ob sie vielleicht auch "nur" als "Wortgestalt" wiederum Teil einer Geschichte sind, die von einem anderen "Worthüter" aufgeschrieben und beeinflusst wird. Die Fantasiewelt Willerin ist mit Gestalten, Orten und überraschenden Wendungen wunderschön ausgeschmückt. Trotzdem bin ich nicht restlos begeistert, denn:

Obwohl Buch und Geschichte(n) in sich abgeschlossen sind (endlich mal keine neue Trilogie!), bleibt für mich am Ende das Gefühl, dass ich nicht alles erfahren habe, was für ein (gefühltes) Ende der Geschichte notwendig ist. Es ist kein offenes Ende, das nach einer Fortsetzung schreit, sondern ein Ende, das mich als Leser zu schnell in die Realität entlässt - und das trotz 543 gut gefüllter Seiten mit einer Karte der Fantasiewelt Willerin und einem Stammbaum der Worthüter als Schlusspunkt. Irgendetwas fehlt mir, obwohl ich nicht genauer sagen kann, was das ist. - Und alle Münster-Liebhaber seien vorgewarnt: Münster kommt nur sehr, sehr wenig in diesem Buch vor. Auch davon hätte ich mir mehr gewünscht!

In diesem Fall gibt es also von mir keine uneingeschränkte Empfehlung für dieses Buch, aber doch eine Empfehlung!

Bezugsquellen

Diana Menschig, Hüter der Worte bei amazon*
Diana Menschig, Hüter der Worte bei thalia*
Diana Menschig, Hüter der Worte bei buch.de*

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