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Buch-Tipp: Brian Selznick, Wunderlicht

Brian Selznick ist bereits mit seinem Buch “Die Entdeckung des Hugo Cabret”* ein ganz besonderes Buch gelungen. Durch seine ganz eigene Mischung aus kinoartigen Zeichnungen und erzählter Geschichte umspielt er tänzelnd die Grenze zwischen Film und Buch. Die Leser gleiten vollkommen mühelos in den Fluss der Geschichte.

Mit seinem neuen Buch “Wunderlicht”* perfektioniert er diese Erzählform. Der Umfang von 640 fadengehefteten Seiten mag manche zunächst erschrecken. Aber keine Sorge: Die Zeit vergeht wie im Flug und viel zu schnell. Seite um Seite habe ich förmlich aufgesogen und mir gewünscht, die Geschichte möge immer weiter gehen.

Brian Selznick erzählt in seiner ganz eigenen Mischung aus großformatigem Daumenkino und Roman die Geschichte zweier Kinder, die von zuhause weglaufen: Ben und Rose. Beide mit einem Handicap und voller Trauer, gehen sie umso mutiger und entschlossener ihren Weg. Die Geschichten dieser beiden finden etwa 50 Jahre voneinander getrennt statt, sind sich aber doch sehr ähnlich. Zum Ende des Buches laufen die Erzählfäden und damit die beiden Geschichten in wundervoller, berührender Weise zusammen. Viel mehr will ich hier gar nicht verraten. Nur soviel: Ganz nebenbei lernen wir in diesem Buch auch etwas über die Geschichte der Museen, über Meteoriten, Sternbilder und die Zeichensprache.

Ich bin begeistert von der Geschichte und der Erzählweise. Es ist ein Erlebnis wie eine Mischung aus Stummfilm und Roman – überraschend, faszinierend, fesselnd und sehr berührend. Zwei Welten, zwei Geschichten, gezeichnet und geschrieben. Zwei Welten, die sich unmerklich und zunächst rätselhaft nebeneinander her und dann aufeinander zu bewegen, um dann wundervoll ineinanderzufließen. Ein Erlebnis!

Pearl S. Buck hat einmal den Satz geprägt: “Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.” Genau das ist Brian Selznick mit “Wunderlicht” gelungen – und er versteht es, dieses Erlebnis mit seinen Lesern zu teilen. Einfach wundervoll. Lesen und genießen!

Bezugsquellen

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