Günter Born, Android Tablets & Smartphones - Der Ratgeber für Senioren

Der Anteil der Smartphone-Nutzer unter den Senioren wächst stetig. So ist es nur logisch, dass auch die Ratgeber-Literatur für diese Zielgruppe wächst.

Günter Born ist einer der Autoren, die seit Jahren Einsteigerbücher für Senioren schreiben. In seinem Buch "Android Tablets & Smartphones - Der Ratgeber für Senioren" vermittelt er (nicht nur) Grundlagenwissen rund um Android Lollipop (Version 5.x).

Aber auch wer die Vorgaängerversionen KitKat (Version 4.4.x) und die derzeit aktuellste Version Marshmallow (Version 6.x) verwendet, wird mit diesem Buch einen guten Einstieg finden. Dabei sollten sich auch die "Junioren" nicht vom Untertitel "für Senioren" abschrecken lassen.

Was steht drin?


Vom Start und Laden des Gerätes geht es zu den ersten Schritten: im Internet surfen, E-Mails abrufen und versenden, Termine mit dem Kalender verwalten, Notizen und Texte schreiben, Fotografieren, Musik und Videos. Das sind die Themen der ersten Kapitel.

Danach geht es weiter zu den Telefonfunktionen: Telefonieren, Kontakte verwalten, SMS versenden, Whatsapp nutzen, über das Internet telefonieren, Facebook oder spezielle Senioren-Netzwerke nutzen. Aber auch nützliche Apps wie eBook-Reader, der Kartendienst und Routenplaner Google Maps oder Gesundheits-Apps werden vorgestellt.

Den Abschluss bilden ein Kapitel zum Anpassen der Einstellungen und zum Aktualisieren auf neue Android-Versionen, ein Anhang zum Beheben kleiner Probleme und last but not least ein Glossar und Stichwortverzeichnis.

Was ist nicht gefunden habe, ist der im Vorwort versprochene "Kleine Wissenstest" - dieser ist vermutlich dem Anhang "Kleine Probleme" gewichen.

Meine Meinung


Das Buch ist klar strukturiert und liefert mit seinem farbigen Register eine schnelle Orientierung. Es ist mit vielen farbigen Abbildungen illustriert und in angenehm großer Schrift gedruckt.

Auf 320 Seiten finden Einsteiger und Neugierige alle wesentlichen Informationen, um ihr neues oder zukünftiges Android-Gerät sinnvoll nutzen zu können und auf Entdeckungsreise zu gehen. Dass dabei nicht die aktuellste Android-Version vorgestellt wird, liegt in der Natur der Sache.

Der Großteil der angebotenen Geräte läuft derzeit mit Version 5 (oder sogar einer Vorgänger-Version) und wird noch eine Weile auf ein "Upgrade" auf die Version 6 warten müssen, falls sie überhaupt kommt. Auch unter diesem Aspekt betrachtet, ist das Buch eine gute Wahl für den Einstieg.

Bestellmöglichkeit


Günter Born, Android Tablets & Smartphones - Der Ratgeber für Senioren

Liliana Le Hingrat: Das dunkle Herz der Welt

Bram Stokers Dracula kennt wohl jeder - ob als Buch oder in einer der vielen Filmfassungen. Und viele werden wissen, dass die Romanfigur auf einer realen historischen Persönlichkeit basiert: Vlad Dracula.

Die Autorin Liliana Le Hingrat, gebürtige Rumänin und studierte Historikerin, versucht in ihrem Roman nah an der historischen Wahrheit zu bleiben und die Geschichte des Menschen Vlad Dracula auf neue Weise zu erzählen - jenseits von blutsaugenden Vampiren, ohne aber die blutigen Schlachten auszulassen, die zu der damaligen Zeit tobten.

Auf der Innenseite der Buchdeckel sind Landkarten des frühen Europa sowie Transsylvaniens und der Walachei zu finden. Insgesamt 763 Seiten füllt die Geschichte um Vladislav Basarab Draco und seine Familie. Kriege, Kreuzzüge, Religionskonflikte, Intrigen am Königshof, Kämpfe um die Krone und Ländereien, Freund- und Feindschaften, arrangierte Ehen und heimliche Geliebte - alles, was ein Roman braucht, der im Europa des 15 Jahrhunderts spielt.

Viele der handelnden Figuren in diesem Roman basieren auf realen Persönlichkeiten und Schilderungen aus Dokumenten dieser Zeit. Andere Personen hat die Autorin ergänzt, um Lücken zu schließen, das Bild abzurunden. Alles in allem ist ihr das gut gelungen, finde ich.

Trotzdem habe ich eine ganze Weile gebraucht, bis ich das Buch ausgelesen hatte. Die Geschichte hat mich nicht so gefesselt, dass ich unbedingt weiter lesen musste. Trotzdem war das Buch fesselnd genug, dass ich es bis zum Ende durchgehalten habe.

Mein Fazit


Wer historische Romane mag und nicht darauf aus ist, hier eine Erklärung für all die Vampirgeschichten zu finden, wird bestimmt Freude an dem Buch haben. Wer hingegen "nur" auf rasante Unterhaltung aus ist und eingestreute Vampirgeschichten erwartet, wird das Buch sicherlich schnell enttäuscht zur Seite legen.

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Liliana Le Hingrat: Das dunkle Herz der Welt

Mike Fischer: Erfolg hat, wer Regeln bricht

Auf einer beruflichen Veranstaltung hatte ich kürzlich das große Vergnügen, Mike Fischer als Vortragenden live erleben zu können. Da stand dieser Mann aus Gera nun vor uns, lässig gekleidet, das Haar fiel ihm immer wieder in die Stirn, während er seinen lebendigen, humorvollen und mitreißenden Vortrag hin und her laufend mit Gesten untermalte. Nebenbei flocht er ein, dass er sich auch mal in der Friseurbranche versucht habe - ohne großen Erfolg.

Womit er aber Erfolg hat und hatte, das sind seine Fahrschule, ein Bauunternehmen und der Pizza-Service. Wie aber schafft es dieser ausgezeichnete Ausnahme-Unternehmer, aus seinen Unternehmen etwas Besonderes, Einzigartiges zu machen und trotz aller schlechten Aussichten auf die Erfolgsspur einzuschwenken? Es ist seine Begeisterung für die Dinge, die er tut, gepaart mit einer großen Portion Querdenken und dem Mut, scheinbar feste Regeln zu brechen.

Mike Fischer ist ein Unternehmer, der mit offenen Augen und offenem Geist durch die Welt läuft. Dabei verliert er trotz aller Erfolge nicht die Bodenhaftung. Seine Familie, seine Mitarbeiter, Ehrlichkeit und Bescheidenheit sind einige der Zutaten seiner Erfolgsgeschichten. Und trotz aller scheinbaren Einfachheit der Fragen, die er sich und anderen stellt, sind es die entscheidenden und in ihrer Konsequenz die schwersten.

In seinem Buch "Erfolg hat, wer Regeln bricht" zeigt er uns seine Strategien und Erfolgszutaten in 22 knackigen Kapiteln, gewürzt mit vielen Praxisbeispielen, sehr persönlichen Erfahrungsberichten und weiterführenden Lektüretipps. Beim Lesen sehe ich diese beeindruckende, energetische und begeisternde Persönlichkeit ohne jegliche Star-Allüren wieder vor mir. Sowohl in seinem Vortrag als auch im Buch ist zu spüren, dass er lebt und liebt, wovon er spricht.

Um uns klar zu machen, warum Liebe und Leidenschaft für das, was man tut, so wichtig sind, zitiert er eine Geschichte, die der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther in einem seiner ebenfalls sehenswerten Vorträge als Bonmot zum besten gibt. Was es mit der 60-jährigen Chinesin auf sich hat, die wir alle in unserem Leben und Wirken finden müssen, soll jeder selbst nachlesen oder dem genannten Vortrag entnehmen.

Ich kann nur sagen: Es macht große Freude, diesem Mann zu lauschen und sein Buch zu lesen. Seine Begeisterung ist wirklich ansteckend und regt zum Nachdenken über die eigene Haltung an. Beim Brechen von Regeln eckt man an - aber ein Anecken kann eben auch ein Anstoß zum Nachdenken und Ändern der Fahrtrichtung sein. Am Ende des Buches legt uns Mike Fischer seine sogenannte "Spielkultur" offen, die er in seinen Unternehmen und mit seinen Mitarbeitern lebt.

Mein Fazit


Alle, die einen frischen Blick auf ihre Arbeitsweisen, ihr Unternehmen und ihre Führungsqualitäten bekommen möchten, denen sei die Lektüre dieses Buches ans Herz gelegt. Trotz (oder gerade wegen) all der vielen klugen Gedanken, sind die rund 200 Seiten schnell verschlungen und wirken lange nach. Darum mein Fazit: Kaufen, lesen und anregen lassen!

Bibliographische Angaben und Bestellmöglichkeit


Mike Fischer: Erfolg hat, wer Regeln bricht
Linde-Verlag, ISBN 978-3-7093-0550-8
19,90 Euro - online bestellen

Ralf-Erik Thormann: Der Dolch des Propheten

Ralf-Erik Thormann:
Der Dolch des Propheten
*
Vor nicht allzu langer Zeit fand ich ein Lesezeichen in meinem Briefkasten, das mich neugierig machte. Zu erkennen war darauf das stilisierte Bild eines Dolchs, das Auge eines nach Art der Wüstenbewohner gekleideten Menschen sowie Autor und Titel des Buchs: Ralf-Erik Thormann, Der Dolch des Propheten.

Die kurze Zusammenfassung dieses historischen Romans auf der Rückseite des Lesezeichens führte dazu, dass ich beim in Münster beheimateten Verlag anfragte und nicht viel später ein Exemplar des Buchs vor mir liegen hatte.

Worum geht es in diesem Roman?


Besser als im Klappentext kann ich es nicht zusammenfassen:

"Im Jahre 1188 wird der Waise Falko aus seinem Klosteralltag gerissen und zur Ausbildung bei den Tempelrittern gezwungen. Noch bevor dieser Wille seines unbekannten Vaters umgesetzt werden kann, wird Falko Ziel eines Attentates und überlebt nur knapp. Vor den Scherben seines Lebens stehend, ist er Ziel weiterer Anschläge, deren Ursache ihm unbekannt bleibt. Als er der Malteserin Elisabeth das Leben rettet, hilft sie ihm zum Dank bei der Suche nach seiner Herkunft. Die beiden verlieben sich ineinander.
 
Nach der Aufnahme in den Orden offenbart sich dem jungen Templer allmählich eine düstere Vergangenheit: Seine Eltern wurden von Malik al Charim, einem arabischen Vasallen Saladins, und Henry de Fontes, dem Statthalter Maltas, umgebracht. Die Suche seines adeligen Vaters Raimund nach einem der größten Geheimnisse der Christenheit und die Familientragödie seiner Mutter Fatima, einer orientalischen Prinzessin, sind untrennbar damit verknüpft. 
Falko wird immer tiefer in einen Strudel schlimmer Ereignisse hineingezogen, die vor langer Zeit begannen und einen unglaublichen Fortgang finden. 
Dann erfährt er, dass sein angeblich ermordeter Vater noch lebt …"


Meine Meinung


Die Erzählung des Waisenjungen Falko ist spannend angelegt. Die Neugier, wie sich die rätselhafte Geschichte aufklären mag, trägt den Leser durch die 346 Seiten des Buchs. Am Ende erfahren wir, dass es sich bei diesem Buch um den ersten Teil handelt - allerdings bleibt offen, wieviele Teile folgen sollen und wann diese erscheinen werden. Zum Glück ist die Geschichte nicht so offen angelegt, dass Folgebände zwingend notwendig sind.

Über die Gestaltung des Titelbilds mag man streiten, auch die im Buch enthaltenen sprachlichen und kleinen logischen Fehler hätte ein Korrektorat und Lektorat vermeiden können - aber da es sich um eine Self-Publisher-Veröffentlichung handelt und die Geschichte das Buch durchaus trägt, kann man über diese Kleinigkeiten hinwegsehen, finde ich.

Wer möchte, kann die Geschichte zunächst kostengünstig als eBook-Edition lesen und bei Gefallen später die durchaus sehenswerte gedruckte Fassung anschaffen: Den fadengehefteten Buchblock ziert zu Beginn ein schönes Exlibris, der feste Einband ist strapazierfähig und Papier und Satzspiegel sind gut gewählt. Eine solide produzierte gedruckte Ausgabe.

Auch wenn ich die historischen Grundlagen nicht beurteilen kann: Wer spannende historische Romane mag, findet hier ein gut gemachtes und erzähltes Buch, das es (noch?) nicht auf die Bestseller-Listen geschafft hat.

Bezugsquellen




Projekt Phoenix - Roman über IT und DevOps

Gene Kim, Kevin Behr und George Spafford gelten als Koryphäen der DevOps-Bewegung, die sich als industrielle Revolution des IT-Zeitalters sieht. Die angewendeten Prinzipien sind die gleichen, die in den früheren Fabrikhallen die Fertigungsprozesse revolutioniert haben.

Statt nun ein eher trockenes Buch über IT und DevOps zu schreiben, haben die drei Autoren die praktische Anwendung der Prinzipien in eine rasant-unterhaltsame Geschichte gepackt. Und erst am Ende des Buchs folgen weiterführende Informationen und Quellen-Nachweis.

Die Geschichte


IT-Manager Bill fällt plötzlich und ungewollt die Karriereleiter hinauf. Eigentlich ist ihm dabei gar nicht wohl. Und schon bald scheint sich sein neuer Job zu einem Albtraum zu entwickeln. Eine Katastrophe jagt die nächste - und ein riesiges IT-Projekt soll schnellstmöglich zur Rettung der Firma lauffähig umgesetzt sein.

Hilfe bekommt Bill von einem mysteriösen zukünftigen Vorstandsmitglied namens Erik. Durch Erik lernt Bill die Philosophie der "Drei Wege" kennen, die sich ihm aber zunächst nicht erschließen wollen. Für Bill klingt das alles sehr verschroben und fern jeder möglichen Realität. Doch nach und nach erkennt auch Bill, dass IT-Arbeit sich gar nicht so sehr von den Abläufen in einer Fertigungshalle unterscheidet.

Meine Meinung


Hat man sich erst an den ausufernd verwendeten Fachjargon in AküFi-Manier gewöhnt, liest sich das Buch unterhaltsam und durchaus spannend. Ganz nebenbei lernt man zusammen mit Bill die verwendeten DevOps-Prinzipien kennen, die im Anhang des Buches dann nochmals zusammengefasst werden. Das Layout innerhalb der Kapitel könnte schöner sein - hier werden Unterteilungen nur durch den kursiven Beginn eines Absatzes kenntlich gemacht, so dass es auf mich ein wenig wie ein Skript wirkt. Das tut dem Lesespaß allerdings keinen Abbruch. Wer sich für IT und DevOps interessiert, sollte das Buch lesen.

Bezugsquellen

Gene Kim, Kevin Behr, George Spafford: Projekt Phoenix*
ISBN 978-3-95875-175-0, Verlag O'Reilly, 352 Seiten, broschiert
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