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Freitag, 18. April 2014

Diana Menschig: So finster, so kalt

Im April 2014 ist ein neues Buch von Diana Menschig erschienen, die ich hier bereits mit "Hüter der Worte" Ende 2012 vorgestellt habe. In ihrer neuen Geschichte vermischen sich Gegenwart, Vergangenheit, Alpträume und Märchenmotive zu einer packenden Geschichte. Angesiedelt im Schwarzwald ist das Märchen von Hänsel und Gretel ein bestimmendes Element der Handlung.


Die Geschichte


Merle Hänssler ist eine erfolgreiche Anwältin in Hamburg. Doch seit einer Weile rauben ihr Alpträume den Schlaf. So ist sie emotional und körperlich erschöpft, als sie die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter erreicht. Da ihr Vater gerade in Kanada ist, reist sie in den Schwarzwald, um sich um die Beerdigung und den Nachlass, ein kleines, abgelegenes "Hexenhäuschen" zu kümmern.

Im Nachlass stößt sie auf alte Dokumente, in denen es um einen gewissen Johannes und seine Schwester Greta geht, die Ende des 16. Jahrhunderts im Haus der Großmutter gelebt haben müssen. Die Geschichte um diese beiden klingt verworren und unheimlich. Was hat es mit dem Haus und den furchtbaren Geschehnissen auf sich, die sich dort abgespielt haben sollen?

Merle ist geneigt, all das als Aberglaube, von Märchen und Sagen beeinflusste Spinnereien abzutun. Doch die Grenzen zwischen Realität und Traumwelt verwischen. Plötzlich verschwinden einige Kinder des Dorfes spurlos und das uralte Haus scheint ein Eigenleben zu entwickeln. Merle beginnt sich zu fragen, ob an den alten Geschichten doch mehr dran ist, als sie anfangs wahrhaben wollte.


Mein Fazit


Diana Menschig gelingt es, die Märchenmotive wunderbar in eine spannende Geschichte einzuweben. Der Wechsel zwischen Alpträumen, Realität und Handlungssträngen aus der Vergangenheit baut Spannung auf. Die verschiedenen Perspektiven und Erzählstränge nähern sich langsam, aber unerbittlich einander an, bis sie sich zu einem atmosphärisch dichten Höhepunkt vereinen. Nicht immer ist man sich als Leser im Klaren, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Und glaubt man gerade, dass alles ein gutes Ende findet, kommen im Epilog wieder Zweifel auf. Gelungen!

Für alle, die Grusel und Spannung mit einem Schuss Übersinnlichen zu schätzen wissen, mein Lesetipp!

Bezugsquellen

Diana Menschig, "So finster, so kalt" online kaufen*

Montag, 24. März 2014

Michelle Paver: Gods and Warriors

Michelle Paver wirst du vermutlich bereits durch ihre Bestsellerreihe "Chronik der dunklen Wälder"* kennen, die auch ich mit Begeisterung gelesen habe. Die Reihe um den Steinzeit-Jungen Torak und seine Freunde, einen Wolf und ein junges Mädchen, haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Daher war ich neugierig, ob auch die neue Reihe so fesselnd beginnt.


Worum geht es?


Diesmal geht es nicht um die Steinzeit, sondern um die ca. 3500 Jahre zurückliegende Bronzezeit im alten Griechenland. Wieder ist eine Konstellation aus einem Jungen, einem Mädchen und einem Tier das zentrale Thema. Diesmal ist es ein Delfin, so dass sich viele Ereignisse im, am und auf dem Meer abspielen.

Auch hier sind wieder Götter, Mythen, Magie, bedrohlich fremde Völker und der Sprung zwischen der Perspektive des Tieres und der Menschen entscheidende Stilmittel. Aber ehrlich gesagt dauerte es diesmal länger, bis ich in die Geschichte eintauchen konnte und diese für mich Fahrt aufnahm. Das liegt nicht daran, dass nicht auch am Anfang schon genug passiert, aber anders als in der "Chronik der dunklen Wälder" kommt die enge Beziehung zwischen Mensch und Tier erst sehr spät zum Tragen. Vielleicht ist das ein Faktor - oder aber die Ähnlichkeit der Grund-Konstellation.


Mein Fazit


Ist man erstmal in der Geschichte angekommen, macht das Buch Spaß. Allerdings fehlt mir persönlich die Originalität in der Geschichte. Alles scheint gut recherchiert, routiniert aufgebaut - aber für mich liest sich dieser erste Teil so, als wolle Michelle Paver unbedingt an der Erfolg der "Chronik" anschließen. Also nimmt sie das Grundgerüst, setzt es in eine andere Umgebung, eine andere Zeit, schminkt die Geschichte um und startet mit einer neuen Reihe.

Wer die Geschichten um den Steinzeit-Jungen Torak gern gelesen hat und sich an Ähnlichkeiten im Aufbau der Geschichte nicht stört, wird sicher auch an dieser neuen Reihe Freude haben. Wer eher Lust auf etwas Neues hat, könnte enttäuscht werden. Trotzdem bin ich gespannt auf die Folgebände - vielleicht erlebe ich da ja noch eine Überraschung?

Online bestellen

Michelle Paver, Gods and Warriors - Die Insel der Heiligen Toten*

Freitag, 10. Januar 2014

Buch-Tipp: 111 absurde Rätselgeschichten von Patrick Salmen und Quichotte


Mein heutiger Buchtipp richtet sich an alle Rätselfreunde, die gerne "um die Ecke" denken und Sprachspielereien mögen. Aufmerksam und neugierig geworden bin ich auf das Buch vor einigen Tagen im Radio. Jetzt liegt es vor mir: gut 120 Seiten dick, 11 cm breit, 15,5 cm hoch, fadengeheftet im festen Einband und gefüllt mit 111 "absurden Rätselgeschichten".

Wie das Buch heißt? "Du kannst alles schaffen, wovon du träumst. Es sei denn, es ist zu schwierig. 111 absurde Rätselgeschichten . Edition 1: Stadt, Land, Fluss"*. Erschienen ist es im Lektora-Verlag aus Paderborn. Ersonnen wurden die rätselhaften Geschichten von den "Slam-Poeten" Patrick Salmen und Jonas Klee alias "Quichotte".

Das Prinzip ist so einfach wie genial: In einer kurzen Geschichte werden einige Silben ausgespart und müssen erraten werden. Die fehlenden Silben sind im Text durch Striche ersetzt und ergeben lautmalerisch einen geographischen Begriff, also z.B. den Namen einer Stadt, eines Landes oder eines Flusses. Klingt banal, ist aber genial umgesetzt und macht richtig Spaß!

Beispiel gefällig? Nehmen wir eines der Schwierigkeitsstufe I:
Um den deutschen Film zu retten, beschloss der deutsche Kulturfonds in Berlin, einen hohen Betrag für neue Projekte zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zwecke sollten nun große Hollywoodregisseure auf geschichtsträchtigem Boden ihr Können zeigen und für frischen Wind sorgen. In Begleitung ihrer kompletten Filmteams trafen sich nun Steven Spielberg und Tim Burton in Ostdeutschland. Da fragte der neugierige Tim: "Na, was _____ _____?" (Lösungswort mit 2 Silben)
Und? Schon drauf gekommen? Falls nicht, die Lösung folgt am Ende dieses Blogbeitrags. Oder war das zu leicht? Dann kommt hier ein Beispiel der Schwierigkeitsstufe V:
In einer geselligen Männerrunde altgedienter Fußballer kamen ab und an auch peinlichere Themen zur Sprache. Nachdem sein Kumpel Frank Lampard gestand, dass er seine Frau mit Mundgeruch provozieren würde, sprach David Beckham beim Kneipenabend: "Ich _____ _____ _____ immer damit auf, dass ich abends so an den Füßen stinke." (Lösungswort mit 3 Silben)
Doch, kann man drauf kommen ... Ansonsten steht die Lösung wieder unten.

Im Buch sind die Lösungen übrigens immer auf der Folgeseite in Spiegelschrift zu finden. Das erschwert das Spicken etwas. Da sie im Schwierigkeitsgrad aufsteigend sortiert sind, lässt sich mit den 111 Rätselgeschichten ein lustiger Abend im Kreis von Freunden und Familie verbringen, egal wie pfiffig der eine oder die andere auch sein mag. Aber auch allein lässt sich damit prima das Hirn trainieren.

Lust bekommen? Dann hol dir das Buch - viel Spaß beim Rätseln!

Bestellmöglichkeit


Lösung zu Rätsel 1: "drehs' denn" = Dresden
Lösung zu Rätsel 2: "reg ja Vic" = Reykjavík

Donnerstag, 2. Januar 2014

Matthias Horx: "Zukunft wagen"

Gerade zum Start eines neuen Jahres fragen sich viele: Wie wird die Zukunft? In einem Punkt ist man sich hierbei meist einig: In der (fernen) Zukunft wird alles ganz anders als heute sein. Positive wie negative Technik-Träume verschiedenster Couleur, aber meist auch Katastrophen spielen die Hauptrolle. Umwelt- und Naturkatastrophen, Überwachungsszenarien, Finanzkrisen, Kriege ... Es wird in der Regel ganz schlimm kommen, bevor es (vielleicht) besser wird. Und das erzeugt eine diffuse Angst vor dieser fernen, aber irgendwie doch nahen Zukunft.

Angst vor der Zukunft ist schädlich


Doch passt diese Zukunftsangst zu unseren bisherige Erfahrungen? Nützt oder schadet uns diese Angst? Wie können und sollten wir mit ihr umgehen? Diesem Thema widmet sich der bekannte Zukunftsforscher Matthias Horx in seinem Buch "Zukunft wagen"* mit vielen, teils sehr persönlichen Beispielen, Anekdoten und Geschichten. Und er kommt zu dem Schluss, dass die negative, angstvolle Sicht auf die mögliche Zukunft uns in jeder Hinsicht schadet: Gesundheitlich, weil die ständige Angst Stress erzeugt, aber auch gesellschaftlich, weil aus dieser Angst-Haltung gegenseitiges Misstrauen, Feindschaft und letztlich Kriege entstehen können.

Dass ein Flugzeug abstürzt bedeutet nicht automatisch, dass Fliegen unsicher ist. Dass in einem Krankenhaus ein Hygiene-Skandal aufgedeckt wird, bedeutet nicht automatisch, dass alle Krankenhäuser eine Bedrohung für unsere Gesundheit sind. - Dennoch neigen wir laut Horx dazu, in den "Vergleichsirrtum" zu verfallen, bei dem wir einzelne Ereignisse mit einer Wahrscheinlichkeits-Steigerung gleichsetzen.

Wir suchen nach Gründen, nach Ursachen für Ereignisse - zum Beispiel beim Krebs. Schadstoffe, ungesunde Lebensweise werden oft als Ursache für die Entstehung von Krebs angesehen. Doch Krebs lasse sich nicht vermeiden, er sei ein Zufallsprodukt und entstehe nur durch Zellmutation. Ohne Grund, unkontrollierbar, unvermeidbar. Sämtliche Vermeidungsstrategien führen letztlich nicht zum gewünschten Erfolg, sie machten das Leben höchstens mühsamer.

Gelassenheit als Schlüssel im Umgang mit dem Unvorhersehbaren


Horx plädiert für eine gelassenere Haltung und weniger Anspruchsdenken im Hinblick auf die Zukunft. Ganz im Sinne der rheinischen Weltsicht*: "Et kütt wie et kütt" und "Et hätt noch emmer joot jejange". Die Strategie, potenzielle Risiken zu suchen und vermeiden, gehöre in die Steinzeit und mache nur dort wirklich Sinn. Heutzutage sollten wir die Chancen suchen, sehen und nutzen.

Die (Um-)Welt ist in Horx' Augen ein viel robusteres und komplexeres System als wir üblicherweise denken. Neue Techniken, bewussterer Umgang mit vorhandenen Ressourcen - immer wieder habe sich gezeigt, dass die viel beschworenen Untergangsszenarien letztlich zu simplifizierend ausgelegt waren und sind. Was kommt, ist nur bedingt vorhersehbar.

Gelassenheit und ein Loslassen im stoischen Sinne führen zu mehr Lebensmut und weniger Sorgen um die Zukunft. Im Klappentext formuliert Horx es so: "Es geht um unsere Haltung zur Zukunft, um magisches Denken, um Irrtümer, Selbsttäuschungen und ihre Überwindung."

Mein Eindruck und Fazit


Gelassenheit, Vertrauen und Optimismus sind durchaus erstrebenswert, sofern sie nicht in Gutgläubigkeit, Naivität und Leichtsinn umschlagen. Da wir aber offensichtlich in der Masse dazu neigen, das Negative stärker zu sehen und gewichten, ist Horx' Aufruf zum "klugen Umgang mit dem Unvorhersehbaren" durchaus berechtigt. Ob die auf über 300 Buchseiten ausgeführten Beispiele notwendig und geeignet sind, um die eigenen Zukunftsängste überwinden zu lernen, mag jeder für sich entscheiden.

Manche Ideen und Schilderungen empfand ich als anregend und nachdenkenswert, manches als eher weitschweifig und ermüdend. Insofern kein uneingeschränkter Lesetipp von mir, aber doch ein Aufruf, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Bestellmöglichkeit

Freitag, 27. Dezember 2013

Kostenlose Internet-Flatrate mit Prepaid-Tarif für Smartphones

Netzclub
Smartphones nutzt inzwischen fast jeder, scheint es. Aber ohne eine Internet-Flatrate wird es entweder teuer oder macht keine Freude. Angebote für Internet-Flats gibt es vom 2-Jahres-Vertrag mit diversen Zusatzoptionen bis zum Prepaid-Paket ohne Laufzeitbindung jede Menge. Aber eine Internet-Flatrate für das Handy kostenlos? Nein! Oder doch?

Werbefinanzierte Internet-Flatrate


Es gibt tatsächlich schon seit mehreren Jahren eine werbefinanzierte Gratis-Internet-Flatrate* inklusive Prepaid-Telefon-Tarif (9 Euro-Cent je Minute bzw. SMS). Netzclub* nennt sich der Anbieter, der die SIM-Karte über das Internet anbietet und sogar kostenlos zuschickt. Realisiert wird das Angebot über das gut ausgebaute o2-Netz, Vertragspartner ist die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG.

Die ersten 100 MB im Monat surfst du bei Netzclub mit Highspeed (7,2 MBit/s), danach wird wie üblich "gedrosselt", also das Tempo heruntergeschraubt. Du kannst aber weiterhin ohne Kosten deinen Internet-Zugang nutzen, wenn auch langsamer. Sollten dir die 100 MB Hochgeschwindigkeit nicht reichen, kannst du Zusatzpakete buchen: Aktuell gibt es 500 MB Datenvolumen für 6,95 Euro und für Simser 100 SMS für 3,95 Euro. Aber für Otto-Normal-Surfer reichen die 100 MB erstmal völlig aus. Intensiv-Nutzer können das günstige Zusatz-Paket nutzen oder sollten bei größerem Datenhunger auf die Smartphone-Tarife bei Tchibo* ausweichen.

Im Gegenzug für den kostenlosen Internet-Zugang erklärst du dich bereit, Werbenachrichten per SMS und E-Mail zu empfangen. Die Bereitschaft zum Empfang von Werbebotschaften ist aber auch schon die einzige Bedingung, die den einen oder die andere stören könnte. Ansonsten gilt: Neben dem Gratis-Internet kannst du ohne Mindestumsatz zum günstigen Prepaid-Tarif telefonieren und bei Bedarf die Zusatzpakete aufbuchen.

Meine Erfahrungen


Meine Erfahrungen mit dem Netzclub-Angebot sind sehr positiv. Die Netzabdeckung via o2-Netz ist bei mir sogar besser als im Vodafone-Netz, das ich zeitweise genutzt habe. Die Werbung, mit der sich die Flatrate finanziert, kommt per SMS oder E-Mail in derzeit erstaunlich geringem Umfang. Du kannst die Angebote einfach ignorieren oder auch nutzen, wenn sie dir gefallen. Meiner Erfahrung nach kommen nicht mehr als fünf Werbenachrichten im Monat, oft sogar weniger. Da kriege ich über andere Kanäle mehr Werbung in mein Postfach. Und für die kostenlose Internet-Anbindung ist das doch erträglich, oder?

Ein Nachteil des Angebots ist, dass die Karte nur in Mobiltelefonen genutzt werden darf. Surfsstick, Tablet oder Tethering sind nicht erwünscht - und das wird auch stichprobenartig kontrolliert. Nach einer Verwarnung wegen nicht vertragsgemäßer Nutzung kann es dann auch zu einer Karten-Sperre kommen. - Wer also eine SIM-Karte für sein Tablet, den Surfstick oder zum Tethering braucht, der sollte auf die Tchibo-Angebote* ausweichen, mit denen ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht habe.

Mein Tipp


Da die Netztclub-SIM-Karte komplett kostenlos geliefert wird, keinen Mindestumsatz erfordert und bei Nichtgefallen auch einfach entsorgt werden kann, mein Tipp: Ausprobieren! Günstiger lässt sich ein Smartphone derzeit nicht ins Internet bringen.

Bestellmöglichkeiten

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